14. Juni 2026: Wo Stimmen über "offene Fernen" klingen - der Simon-Breu-Chor in der Rhön

Ein Chorausflug zwischen fantastischen Weitblicken, viel Natur, lebendiger Geschichte und eindrucksvollen Klängen 

Einen abwechslungsreichen Ausflug in die Rhön unternahm der Simon-Breu-Chor. Das Programm verband Wallfahrt, Naturerlebnis und Kulturgeschichte. Erste Station war der Kreuzberg, der „Heilige Berg der Franken“. Hier hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit zum Gottesdienstbesuch, zur Besichtigung des Bruder-Franz-Hauses oder zu einer Rundwanderung durch blütenreiche Wiesen bis zur Golgota-Kreuzigungsgruppe. Von dort bot sich ein weiter Blick über das Rhöner Land mit seinen markanten Vulkankuppen und Hochflächen. Für den Chor war dies der passende Moment, das Frankenlied anzustimmen. 

Nach einer stärkenden Einkehr im Gasthaus Löwen in Unterweißenbrunn ging es weiter zum Naturlehrpfad im Schwarzen Moor. Das Moor liegt im Dreiländereck von Bayern, Hessen und Thüringen und gehört zur Kernzone des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. Auf dem gut ausgebauten, rund zwei Kilometer langen Bohlensteg erlebte die Gruppe die besondere Moorlandschaft; Informationstafeln erläuterten anschaulich ihre Entstehung und Bedeutung.

Über die Hochrhönstraße erreichte der Bus am Nachmittag Ostheim vor der Rhön im Landkreis Rhön-Grabfeld. Dort standen Führungen durch die größte und besterhaltene Kirchenburg Deutschlands sowie durch das Orgelbaumuseum im Schloss Hanstein auf dem Programm.  Geschichtlich hat Ostheim viel zu erzählen: Vermutlich im 6. Jahrhundert als fränkische Siedlung entstanden und im Jahr 804 erstmals urkundlich erwähnt, wechselte Ostheim im Laufe der Jahrhunderte mehrfach zwischen geistlichen und weltlichen Herrschaften, darunter Fulda, Henneberg, Würzburg und Sachsen. Reformation, Markt- und Stadtrecht, Brände, die Zeit als thüringische Exklave und die Eingliederung in die bayerische Verwaltung nach 1945 machen Ostheim bis heute zu einem eindrucksvollen Beispiel für die bewegte Grenzgeschichte der Rhön. Interessant war zudem, dass Ostheim bis zum Dreißigjährigen Krieg für seinen Wein bekannt war.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Orgelbaumuseums im Schloss Hanstein. Ostheim vor der Rhön blickt auf eine 400-jährige Orgelbautradition zurück. Von der gotischen Norrlanda-Orgel über die Renaissanceorgel von Nicolaus Manderscheidt bis zur Toggenburger Hausorgel aus dem Barock, ergänzt durch ein Tafelklavier und einen Hammerflügel, konnten die Sängerinnen und Sänger die unterschiedlichen Klangfarben historischer Instrumente erleben. Chorleiter Sebastian Brandl stellte die Orgeln versiert und mit großer Spielfreude vor; für die nötige Luftzufuhr am Blasebalg sorgten Mitglieder des Chores.

Zum Abschluss versammelte sich die Gruppe noch einmal in der Kirche der Kirchenburg. Unter der Leitung von Sebastian Brandl sang der Chor „Laudate nomen Domini“ und den „Sommarpsalm“. Natur, Kultur und gemeinsames Singen prägten den Ausflug und sorgten auf der Heimfahrt für angeregte Gespräche. So bleibt die Rhönfahrt als eindrucksvolles Erlebnis in lebendiger Gemeinschaft in Erinnerung. 

Text: Pia Bundschuh, Chorsprecherin des Simon-Breu-Chores Würzburg

Fotos: Klaus Junker-Schilling

2026-06-14, SBC-Chorausflug